Jukuren

In der heutigen ,modernen’ leistungs- Jukurentraining
orientierten Gesellschaft werden ältere Menschen oftmals ausgegrenzt, weil ihre derzeitige individuelle Leistungsfähigkeit nicht mehr der Leistungskraft ihrer Jugend
entspricht.

Was allzu leicht vergessen wird, ist, dass dies der natürliche Lauf allen Lebens ist. Im Gegensatz zu weiten Teilen der Kultur der westlichen Hemisphäre wird in der japanischen Kultur dem Alter eine hohe Bedeutung zugemessen und in einem ebenso bedeutenden Maße Respekt zuteil. Diese ,Anerkennung’ des Alters verwirklichen wir durch unser Angebot eines speziell auf ältere Menschen
abgestimmten Trainings.

Unser Engagement führte zuJukurentraining
Auszeichnungen bspw. im Bereich des Pilotprojektes “Sport mit Älteren” des Landessportbundes NRW als “vorbildlicher Verein im Sport mit Älteren”. Was uns aber noch wichtiger ist, ist die große Anzahl an Menschen, die durch ihr Karate-Training wieder Freude an der gesunden Bewegung, am fordernden Sport und am geselligen Miteinander im Verein gewonnen hat.

Die explizite Berücksichtigung der individuellen Leistungsfähigkeit steht bei der Trainingsplanung im Bereich des Jukuren-Trainings bei uns an erster Stelle. Es sind aus sportwissenschaftlicher Sicht besondere, dem Alter angemessene Übungsmethoden erforderlich, um ein spezifisch auf die Bedürfnisse von Jukuren ausgerichtetes Training anbieten zu können. Aber was bedeutet denn nun ,Jukuren-Training’?

Jukuren-Training ist nicht gekennzeichnet durch:

  • das gleiche Training wie im jugendlichen Bereich, nur mit weniger Einsatz
    der Trainierenden
  • die gleichen Übungen wie im jugendlichen Bereich nur in geringerer Anzahl
  • kurz: ein kürzere, abgeschwächte Version des ,normalen Trainings’

 

Jukuren-Training ist vielmehr charakterisiert durch:

  • Übungen, die speziell mit Blick Jukurentraining
    auf die Besonderheiten des Alters entwickelt wurden (z. B. rückenschonende Gymnastik, effektive Selbstverteidigungs-techniken, die die oftmals verringerte Dehnfähigkeit der Sehnen und Muskeln berücksichtigen etc.)
  • einen angemessenen Rhythmus von ,fordernden’ dynamischen Karate-Techniken
    und meditativen atmungsbetonten Entspannungstechniken
  • ein besonderes Prüfungsprogramm, welches in kleineren Schritten sicherer zum
    Ziel führt
  • genauso herausforderndes und aktives Trainieren wie im Bereich der ,etwas
    jüngeren’, dies aber unter der expliziten Berücksichtigung der individuellen
    Leistungskraft
  • geselliges Beisammensein vor oder/und nach dem Training!
  • kurz: individuell angepasstes Training, aber kein Training ,zweiter Klasse’!

Perspektiven und Ziele zum Thema Karate im Alter – JU und WA

Karate-Do ein Leben lang zu folgen um eine bessere Harmonie von Geist und Körper zu erreichen, das heisst auch, sich klug auf die Jahreszeiten des Lebens einzustellen. So beruht das Training im Frühling des Lebens mehr auf körperlichen Kräften, dann wird es technischer und reifer im Sommer,
leichter im Herbst und endlich ruhiger sowie auf innere Empfindungen eingestellt im Winter. Den Weg des Karate-Do zu gehen bedeutet auch frühzeitig von Kraft zur Weicheit überzugehen, vom Äußeren zum Inneren, um seine Energie optimal zu verwalten.

“Weisheit beginnt an dem Tag, an dem man endlich aufhört, endlos zu
versuchen den anderen etwas zu beweisen.”

JU ist das japanische Wort für körperliche Weichheit. Das passt zu einem jungen Übenden am besten, ist er doch noch formbar und offen.
WA ist ein Begriff, der besser zum forgeschrittenen, älteren Karateka passt. WA ist ein Privileg der Zeit, des Alters, der Geduld. WA bezeichnet das japanische Prinzip von
Harmonie, innerem Frieden und Einklang mit sich und der Natur. WA ist auch Sanftmut des Geistes, also der Schlüssel zum Frieden. So wird der Karateka, der langsam mit Geduld den Weg (DO) geht, ein neuer Mensch. Dieser Weg ist eine Lebenseinstellung! Deshalb bleibt der wahre Meister auch immer Schüler. Er ist sich ein Leben lang bewusst, dass das
Erstaunen – ob mit 20 oder mit 70 – der Anfang des Wissens bleibt.

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